Wie wird CIDP behandelt?

Die Behandlungsmöglichkeiten bei CIDP sind gut, wobei verschiedene Therapieansätze zur Verfügung stehen. Sie unterscheiden sich in Ihrer Wirkweise und ihren Nebenwirkungsprofilen.
Auch wenn bei CIDP spontan eine Erholung eintreten kann, ist doch meist eine langfristige Behandlung erforderlich, um die Symptome zu mildern und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen. In den allermeisten Fällen lässt sich die chronische Nervenerkrankung mit den verschiedenen verfügbaren Therapiemöglichkeiten gut in den Griff bekommen.

Immunglobuline

Die Behandlung mit intravenösen Immunglobulinen hat sich bei CIDP als gut wirksame und gut verträgliche Therapie erwiesen. Der Einsatz von Immunglobulinen zu therapeutischen Zwecken beruht darauf, dass Immunglobuline auch regulierende Eigenschaften besitzen. Durch Infusion von Immunglobulinen lässt sich die Aktivität des Immunsystems bremsen. Eine Vielzahl positiver Effekte ist dokumentiert. So lässt sich unter anderem die Ausschüttung von Autoantikörpern, die gegen körpereigene Strukturen gerichtet sind, reduzieren. Gleichzeitig wird der Abbau von autoaggressiven T-Lymphozyten beschleunigt. Immunglobuline werden in hochkonzentrierter Lösung langsam in die Vene infundiert.
Die Infusion muss regelmäßig – in meist mehrwöchigen Abständen – erfolgen, wobei die Abstände in Abhängigkeit von Krankheitsbild und Körpergewicht individuell festgelegt werden. Eine Langzeitbehandlung ist in den meisten Fällen deshalb sinnvoll, weil die CIDP eine chronische Erkrankung ist und der einmal in Gang gekommene Autoimmunprozess immer weiter läuft.

Kortikosteroide

Kortison und verwandte Substanzen zeigen bei CIDP eine positive Wirkung – anders als beim Guillain-Barré-Syndrom, das ebenfalls auf Entzündungen der Myelinscheiden beruht. Bei CIDP nimmt unter Kortikosteroiden die Vermehrung autoaggressiver T-Lymphozyten ab, und auch die Konzentration von entzündungsfördernden Zytokinen – geht zurück.
Der Nachteil der Kortikosteroide ist die Vielzahl möglicher Nebenwirkungen bei mittel- und längerfristiger Einnahme. Diese sind damit zu erklären, dass diese Hormonsubstanzen viele unterschiedliche Prozesse im Körper beeinflussen. Die Nebenwirkungen lassen sich durch vorsichtige Dosierung steuern.
Bei langfristiger hochdosierter Einnahme können Kortikosteroide unter anderem zu erhöhtem Blutdruck, Diabetes und Knochenschwund führen.

Immunsuppressiva

Immunsuppressiva sind Medikamente, die die Aktivität weiter Teile des Immunsystems unterdrücken. Auf diese Weise werden die irrtümlichen Angriffe des Immunsystems auf die Nervenscheiden gebremst. Gleichzeitig ist damit aber auch die Aktivität des restlichen Abwehrsystems stark reduziert. Deshalb steigt mit der Behandlung das Infektionsrisiko.
Auch wenn dieser Behandlungsansatz theoretisch Sinn macht, ist die Wirksamkeit von Immunsuppressiva bei dieser seltenen Krankheit in Studien noch nicht ausreichend dokumentiert.

Plasmapherese

Die Plasmapherese ist ein technisches Blutwäsche-Verfahren, mit dem das flüssige Blutplasma von schädlichen Bestandteilen befreit wird. Bei CIDP zielt die Plasmapherese auf die Beseitigung von autoaggressiven Zellen und Antikörpern sowie von entzündungsfördernden Substanzen ab. Dem Patienten wird zu diesem Zweck zunächst Blut entnommen und nach der Blutwäsche – aufgefüllt mit Ersatzstoffen – wieder zurück in den Körper geleitet. Die Wirksamkeit der Plasmapherese bei CIDP ist gut belegt.