Viele Fragen – CIDP verstehen

Was ist bloß los mit mir?

Ihre Beschwerden sind darauf zurückzuführen, dass Ihr Immunsystem die isolierende Ummantelung der peripheren Nerven – die Myelinscheiden – attackiert. Die CIDP zählt damit zu den so genannten Autoimmunerkrankungen, für die ein Angriff des Immunsystems auf körpereigene Strukturen typisch ist. Das können die Gelenke sein wie bei der rheumatoiden Arthritis, die Bauchspeicheldrüse wie beim Typ1-Diabetes oder eben die Myelinscheiden im Fall der CIDP. Die Nervenscheiden entzünden sich und – wenn die Krankheit nicht behandelt wird – besteht die Gefahr, dass die Isolierschicht schwindet und auch die Nervenfasern selbst Schaden nehmen. Betroffen sind

Nerven des peripheren Nervensystems, das einerseits für die Weiterleitung von Sinneseindrücken zum Gehirn und andererseits für die Muskelbewegung zuständig ist. Das zentrale Nervensystem dagegen funktioniert normal.

Wie häufig ist CIDP?

CIDP ist eine relativ seltene Krankheit, an der schätzungsweise 1 bis 9 von 100.000 Menschen erkranken. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.


Warum ich?

Auf diese Frage gibt es, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, kaum eine zufriedenstellende Antwort – bei CIDP ist das nicht anders. Immer wieder passieren Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat, aber man hat die Chance, sie zu meistern. Es gibt keine wirklich heiße Spur, was genau die Auslöser der Erkrankung sind. Auffällig ist, dass verschiedene Erkrankungen, bei denen das Immunsystem eine Rolle spielt, das CIDP-Risiko erhöhen.


Bin ich selbst schuld?

Wenn auch unklar ist, warum das Immunsystem die Nervenscheiden angreift, soviel steht fest: Sie selbst haben nichts falsch gemacht. Zu fette Ernährung, zu wenig Bewegung, Rauchen - diese und andere als ungesund geltende Verhaltensweisen spielen bei CIDP keine Rolle.


Ist CIDP ansteckend?

Ein klares Nein. Wer an CIDP erkrankt, kann mit Angehörigen und Freunden ganz normal umgehen und braucht keine Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.


Ist CIDP vererbbar?

Nein, eine familiäre Häufung der Erkrankung – wie für Erbkrankheiten typisch – ist bei CIDP nicht zu beobachten.


Mit welchen Symptomen muss ich rechnen?

Im individuellen Fall lässt sich nicht vorhersagen, welche Beschwerden auftreten werden. Das hängt davon ab, welche Nerven attackiert werden. Sind motorische Nervenfasern betroffen und das ist meist der Fall – können Muskelschwäche oder Lähmungserscheinungen die Folge sein. Eine Schädigung sensibler Nervenfasern dagegen äußert sich in Missempfindungen wie Taubheitsgefühl und Ameisenkribbeln.


Wie ist die Prognose?

Es gibt verschiedene Verlaufsformen der CIPD, wobei sich erst nach einiger Zeit abzeichnet, nach welchem Muster die Erkrankung im individuellen Fall v erläuft. Häufig kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Krankheitsschüben mit Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen und/oder Empfindungsstörungen, die sich über Wochen bis Monate hinweg entwickeln. Auf einen Schub folgt eine Erholungsphase, in der sich die Symptome zurückbilden können. Die Chancen dafür sind in jünger en Jahren besser, bei älteren Patienten muss dagegen eher mit schleichend fortschreitenden Verläufen und bleibenden neurologischen Beeinträchtigungen


Ist CIDP heilbar?

Im Moment ist CIDP zwar nicht heilbar, aber mit Medikamenten sehr gut behandelbar.