Glossar

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Antigen

Spezifische Oberflächenstruktur, gegen die das Immunsystem passgenaue Antikörper bildet. Die Antigen-Antikörper-Reaktion ist von zentraler Bedeutung bei der Abwehr von Krankheitserregern.


Antikörper

Eiweißstoffe (Immunglobuline), die das Immunsystem bildet, um Krankheitserreger auszuschalten. Antikörper sind hochspezifisch gegen Erkennungsstrukturen auf der Oberfläche der Zielzelle (Antigene) gerichtet. Die Bildung des Antigen-Antikörper-komplexes löst die Zerstörung der Zielzelle aus.


Autoantikörper

Antikörper, mit denen das Immunsystem einen Bestandteil des eigenen Körpers angreift.


Autoimmunkrankheit

Krankheit, bei der das Immunsystem einen Bestandteil des eigenen Körpers angreift. Beispiele sind CIDP, Typ1-Diabetes und rheumatoide Arthritis.


Axon

Langer Ausläufer einer Nervenzelle und Grundelement der Nervenbahnen, auf dem das Nervensignal weitergeleitet wird.


CIDP

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie. Dabei handelt es sich um eine seltene Autoimmunkrankheit, bei der das Immunsystem aus ungeklärter Ursache die Myelinscheiden der peripheren Nerven angreift. Die Symptome – vor allem Schwäche und Lähmungserscheinungen, aber auch Empfindungsstörungen – entwickeln sich langsam über Wochen bis Monate, worauf eine Erholungsphase folgen kann. Die Krankheit verläuft in Schüben oder schreitet schleichend fort.


Guillain-Barré-Syndrom

Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der es zu entzündlichen Abbauprozessen im Bereich der Myelinscheiden kommt. Im Unterschied zur CIDP handelt es sich um eine akute Nervenerkrankung, die sich – wahrscheinlich aufgrund von Autoimmunprozessen – im Gefolge von viralen oder bakteriellen Infektionen entwickelt. Typisch sind allgemeine Schwäche und Lähmungserscheinungen an Beinen und Armen, aber auch die Atemmuskulatur kann betroffen sein. Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome langsam wieder zurück.


Immunglobulin

Anderer Begriff für Antikörper. Ihr regulierender Einfluss auf das Immunsystem wird bei Autoimmunkrankheiten therapeutisch genutzt.


Immunsuppressiva

Medikamente, welche die Aktivität des Immunsystems bremsen.


Inflammatorisch

Entzündlich


Kortikosteroide

Kortison und verwandte Wirkstoffe


Multiple Sklerose

Chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) mit typischen Entmarkungsherden in Gehirn und Rückenmark. Ursächlich dürften Autoimmunprozesse sein, wobei die auslösenden Faktoren unklar sind. Die multiple Sklerose kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, typisch sind Beinlähmungen, Empfindungsstörungen, Sehstörungen und Störungen der Blasenentleerung.


Myelinscheide

Auch Markscheide oder Nervenscheide genannt. Aus fetthaltigem Myelin bestehende Isolierschicht, mit der periphere Nerven ummantelt sind.


Neuron

Nervenzelle, die aus einem Zellkörper mit vielen Verzweigungen und einem langen Ausläufer, dem Axon, besteht.


Parese

Lähmung, wobei der Begriff meist für unvollständige Lähmungserscheinungen verwendet wird.


Parästhesie

Empfindungsstörung wie zum Beispiel Taubheitsgefühl oder Ameisenkribbeln.


Peripheres Nervensystem

Alle Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems, mit dem das periphere Nervensystem aber in Verbindung steht. Sensorische Nervenbahnen leiten Empfindungsreize aus der Peripherie ans Gehirn, motorische Nervenbahnen leiten aus dem Zentralen Nervensystem kommende Signale zu den Muskeln weiter.


Plasma

Flüssiger Bestandteil des Bluts, der zwar keine Zellen mehr enthält, aber noch Blutproteine wie z. B. Antikörper.


Plasmapherese

Technisches Verfahren, bei der das Blut von schädlichen Bestandteilen gereinigt wird.


Ranviersche Schnürringe

Regelmäßige Einschnürungen in den Myelinscheiden. Im Bereich der Schnürringe fehlt die Isolierung, und die Nervenfasern liegen frei. Nervensignale können durch Springen von Schnürring zu Schnürring große Strecken in Höchstgeschwindigkeit zurücklegen (saltatorische Erregungsleitung).


Zentrales Nervensystem

Kurz ZNS genannt. Gehirn und Rückenmark.


Zytokine

Botenstoffe im Körper, regulieren unter anderem die Aktivität des Immunsystems und Entzündungsreaktionen.